Wegegebot im Nationalpark -
Nachtrag vom 29.1.
Aus der Wegekonzeption der NPV/Neuigkeiten
Zwei bemerkenswerte Zeitungsartikel
(aber erst diese Seite lesen!)
Ergebnisse der Arbeitskreissitzung zum Thema am 26.11.98
Einschätzung
des Wanderwegekonzepts durch die Bergsportverbände (lesen!)
Alternatives Wegekonzept des "Bundes Sächsische Schweiz"
(recht lang und schwierig zu lesen, aber inhaltsreich; ausgewählte
Punkte finden sich
hier
)
Neueste Entwicklungen
Baumaßnahmen:
-
Die Baumaßnahmen schreiten weiter voran. Typisch und erschreckend ist
der Ausbau des Aufstiegs zum Kleinen Winterberg vom Fuß aus. Die
Breite Kluft ist wirklich kein Einzelfall!
Abb.1: Geländer und Treppenkonstruktion am schrägen Hang
bitte hier anklicken
-
Die untere Häntzschelstiege
ist nun ein Klettersteig im alpinen Sinn, was prinzipiell von den
Bersportverbänden begrüßt wird. Und sie hat auch gewonnen:
Ein echter Klettersteig, anspruchsvoller, interessanter und sogar noch
schwerer und ausgesetzter als früher - und trotzdem sicherer. Eigentlich:
Bravo! ... aber:
Bei den verwendeten Drahtseilen
bekommt man vielleicht schon mit einem Ruppberg-Karabiner Probleme.
Wer sich in die riesigen Eisenklammern einklinken will, benötigt
auf jeden Fall einen
ziemlich großen HMS-Karabiner. Geht es denn nicht eine Nummer kleiner?
Gleich gegenüber
befindet sich die Zwillingsstiege, vor reichlich 10 Jahren von der Brigade
Landeskultur gebaut - so macht man das!
Abb.2: Eisenklammern an der Häntzschelstiege (die Schlinge hat 11mm
Durchmesser)
bitte hier anklicken
Abb.3: Riesige Ösen
bitte hier anklicken
Und nun wurden die Eisenklammern an der Oberseite auch noch mit gelber
Farbe gestrichen (vermutlich wegen der Nachtbegehungen); zum Glück
mit ganz schlechter Farbe, die schon fast wieder verschwunden ist.
Da verwundern massive Ausbauten aus Holz am Zustieg wenig:
Abb.4 bitte hier anklicken
-
Anfang November konnte ich die untere Affensteinpromenade
"erleben", die alles bisher
Dagewesene in den Schatten stellt. Ein 4m breiter Sandweg (mit knöcheltiefem,
festgewalztem Sand) auf dickem Schotterbett - ähnlich wie bei einem
Bahndamm -, und rechts und links wurden gleich die Sträucher mit entfernt.
Derzeit liegt Laub darauf, was den Eindruck etwas mildert. Wieviel mag der
Bau gekostet haben - ganz abgesehen vom der unangemessenen Bauweise?
Weitere findet Ihr bei auf der Seite von
Iven Eißner
.
Stand der Verhandlungen:
-
Am 26.11.98 fand eine Sitzung des
Arbeitskreises
"Bergsport und Naturschutz" zum Thema statt (dort
nehmen Vertreter von Bergsport- und Umweltverbänden, NPV, des
Umweltministeriums und des Tourismusverbandes teil). Das
Ergebnis
ist mehr bürokratisch, die weitere Entwicklung offen.
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Die teilweise äußerst kritischen Stimmen in der Presse verstummen nicht.
Es gibt aber auch einen
"positiven" Artikel
(auf dieser Seite findet sich aber auch noch eine ganz andere Meinung!).
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Der Bund Sächische Schweiz mit dem bekannten Naturschützer
Peter Hildebrand an der Spitze hat ein
Alternatives Wegekonzept
vorgelegt (das inzwischen noch etwas überarbeitet wurde; ich konnte es jedoch
nicht mehr auf diese Seite legen).
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Der SBB wird mit Unterstützung des DAV und anderer Verbände
bis zum Frühjahr eine eigene Studie zum Wegenetz anfertigen.
Eine Umfrage hierzu brachte bereits ein reges Echo.
Aus der Wegekonzeption der NPV
Wie auf der Arbeitskreissitzung am 25.6. verabredet, erarbeitete die
NPV ein Wanderwegekonzept, das in den nächsten Wochen und Monaten
diskutiert werden wird. Auch die Bergsportverbände waren nicht untätig
und machten eigene Vorschläge, die sie bereits der Presse vorstellten.
Ihr könnt unsere Meinung im
SSI-Heft 15
finden. Neu ist daran, daß sich diesmal fast alle Bergsport- und
Wanderverbände ein gemeinsames Dokument unterzeichneten; diese Verbände
vertreten zusammen fast 14000 Mitglieder.
Das Wanderwegekonzept der NPV wurde auf einer Pressekonferenz vorgestellt.
Der SBB veranstaltet heute ebenfalls eine
Pressekonferenz,
auf der er in Abstimmung mit den Bergsport- und Wanderverbänden das Konzept
als Ganzes ablehnt. Die verbreitete
Erklärung
solltet Ihr Euch einmal kurz ansehen, denn sie wird gewiß noch heftig
diskutiert werden.
Zum besseren Verständnis folgenden einige inhaltliche Punkte und
Zitate aus der veröffentlichten Wegekonzeption der NPV:
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Einen für uns sehr wichtigen Punkt nannte Dr.Stein auf der Pressekonferenz
gegenüber Journalisten (bei genauem Hinsehen läßt sich das auch aus dem
Konzept und anderen Unterlagen herauslesen): In etwa 50 Jahren soll wenigstens
der überwiegende Teil des Nationalparks Kernzone sein
(und zwar mindestens 75%, wie aus den IUCN-Kriterien hervorgeht);
in ca. 10 Jahren
wird mit der Erweiterung der Kernzone begonnen, wenn entsprechende forstliche
Maßnahmen abgeschlossen sind. In der Praxis bedeutet das: Kein Boofen,
kein Verlassen unmarkierter Wege (oder markierter Gipfelzugänge),
drastische Reduzierung der Wegeanzahl.
-
Ein wesentlicher Punkt, der in der Presse teils falsch widergegeben
wurde, ist die Öffnung aller Bergpfade für alle Wanderer.
Nach Vorstellung
der NPV soll also jeder Wanderer auch die mit schwarzem Dreieck markierten
Gipfelzugänge als Wanderweg nutzen können.
-
Es soll drei Schwierigkeitskategorien von Wegen geben:
-
Den Spazierweg
(wie etwa die oben genannte Untere Affensteinpromenade),
-
den Wanderweg (mindestens 1.5m breit), bei dem auch Wurzeln und Steine
berührt werden dürfen, und
-
den Wandersteig, der auch schwierig sein kann, z.B. die untere
Häntzschelstiege.
Unmarkierte Bergpfade sind nur außerhalb der Kernzone erlaubt und
fallen nicht unter die Wegesicherungspflicht; das Begehen erfolgt auf
eigene Gefahr. Sie sollen als Gipfelzugang gekennzeichnet werden.
Darunter fallen u.a. Obere Affensteinpromenade, Terassenwege in
Schmilka, Goldsteig usw.
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Nun einige Zitate:
-
"Die Bewegungsfreiheit der Besucher einschränkende Maßnahmen im NLP sind
mittel- und langfristig nur erfolgreich, wenn sie von einer relativ
breiten Akzeptanz getragen werden. ..."
-
"... Der NLP weist somit eine krasse Übererschließung mit Wegen auf mit
dem Ergebnis, daß bei ordnungsgemäßer Wahrnehmung der Verkehrssicherung
in den Wald-Fels-Gebieten ein Prozeßschutz auf der weit überwiegenden
NLP-Fläche nicht zu gewährleisten ist."
-
"Die Intensität der Wegeerschließung im NLP und die dadurch zu
verzeichnenden Störungen stellen somit eine ernsthafte Gefährdung
des vorrangigen Schutzzweckes dar und lassen eine naturschutzkonforme
Entwicklung einschließlich einer internationalen Anerkennung des NLP
(IUCN Kategorie II) unter den gegenwärtigen Bedingungen nicht
erwarten."
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Zur Kernzone heißt es: "Unter Berücksichtigung der geomorphologischen
Sonderbedingungen ist hier eine Wegedichte zwischen 30 und 40 lfm/ha
(ca. 2/3 "störungsfreie Fläche") anzustreben." - Die derzeitige Wegedichte
im gesamten NLP beträgt nach Angaben der NPV 103 lf/ha.
-
"Im Bereich von Besucherschwerpunkten wird durch Fäkalieneintrag
infolge
fehlender öffentlicher Toiletten die Naturausstattung zumindest lokal
nachhaltig beeinträchtigt ... Nach dem Beispiel anderer NLP (z.B.
Bayrischer Wald, Harz) soll deshalb an ausgewählten Standorten die
Einrichtung öffentlicher Toiletten geprüft werden (umweltgerecht und
landschaftsangepaßt).
-
"Insbesondere zur Kennzeichung von Wegen (Farbmarkierungen), zur
Sondermarkierung von Zugängen von Kletterfelsen ..., zur laufenden
Betreuung ausgewiesener Feuerstellen werden dringend weitere personelle
Voraussetzungen erforderlich. Dies erfordert u.a. eine noch engere
Zusammenarbeit zwischen Forst- und Naturschutzverwaltung im NLP."
Es ist zu hoffen, daß die Bergsportverbände, die in der Vergangenheit
zahlreiche Wege bauten und unterhielten (Schrammsteingratweg, Heilige
Stiege, Rotkehlchenstiege, Kleiner Dom ...), nur aus grammatischen
und Platzgründen hier nirgends erwähnt wurden.
Zum SZ-Artikel, der die Konzeption befürwortet, um zum DNN-Artikel,
der sich ganz anders liest
Ergebnisse der Arbeitskreissitzung zum Thema am 26.11.98
Zur Einschätzung
des Wanderwegekonzepts durch die Bergsportverbände
Alternatives Wegekonzept des "Bundes Sächsische Schweiz"
ausgewählte Punkte daraus
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