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Sächsische Schweiz Initiative | |
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Wir suchen dringend nach Beobachtungen vom Gartenschläfer! In welcher Boofe tauchen noch welche auf? Wer hat zuletzt wo Gartenschläfer gesehen? Wir freuen uns auch über Siebenschläfermeldungen aus den Boofen.
Bitte unbedingt beobachtete Art, genauen Ort, Beobachtungs-datum und Adresse des Finders für Rückfragen notieren. Senden Sie Ihre Beobachtungen bitte an:
Wenn möglich, sollten einzelne Belegfotos von den Bilchen gemacht und mitgeschickt werden. Bitte nur wenige Fotos machen, um die Tiere nicht zu vergrämen bzw. eventuell durch häuf iges Blitzen deren Augen zu schädigen!
Die Beobachtungen und Fotos wird ein Zoologe regelmäßig auswerten. Im nächsten Heft der Sächsischen Schweiz Initia-tive werden wir über die Ergebnisse berichten und hoffentlich einige Nachweise melden können!
Für die Bergsteiger ist der Bilch ein Begriff – ein nächtlicher Gast in der Boofe, der die Essensvorräte inspiziert und bei ungenügender Verpackung seinen Anteil holt. Für den Biologen verstecken sich zwei Arten aus der Familie der Schläfer hinter dem Namen Bilch: Gartenschläfer und Siebenschläfer. Eine dritte Art hört ebenfalls auf den Familiennamen Bilch – die kleine Haselmaus. Sie ist aber nicht in den Sandsteingebieten zu Hause. In der Boofe kommen die beiden „Großen“ zu Besuch. Spannend ist dabei eine bisher nicht so recht erklärbare Verschiebung: Während bis in die 1950er Jahre ausschließlich Gartenschläfer die Sächsische Schweiz besiedelten, finden wir aktuell nur noch den Siebenschläfer.
Der Gartenschläfer zog sich immer weiter zurück und war zuletzt nur noch linkselbisch (im Bielatal) zu beobachten. Die letzten rechtselbischen Nachweise stammen aus der Hinteren Sächsischen Schweiz aus dem Jahr 2000. Seit 2007 gibt es überhaupt keine Beobachtung des Gartenschläfers im ganzen Freistaat Sachsen mehr. Und auch in der Böhmischen Schweiz konnten nach Auskunft der Spezialisten in Tschechien keine Gartenschläfer mehr gesichtet werden.
Die Biologen sind ratlos über das schnelle Verschwinden der Art, denn nach menschlichem Ermessen änderte sich kaum etwas in den Lebensräumen. Aber vielleicht gibt es ja doch noch ein letztes Vorkommen zwischen den Sandsteinen. Deshalb ruft die Sächsische Schweiz Initiative hiermit den Gartenschläfer zur Fahndung aus und bittet um Fundmeldungen! Gesucht wird ein Bilch mit einer deutlichen „Räubermaske“!
Der Gartenschläfer ist gekennzeichnet durch einen schwarzen Strich, der von den Augen bis um und hinter die Ohren reicht. Diese Maske tarnt den Gartenschläfer wenig, vielmehr macht sie ihn unverwechselbar. Kopfoberseite und Rücken sind bräunlich und deutlich von den weißen Flanken abgesetzt. Der Schwanz ist behaart und weist am Ende eine regelrechte Quaste auf. Eigentlich kann man den Gartenschläfer wegen der Maske nicht mit anderen Arten verwechseln. Selbst die Jungtiere, die ab August mit ihren Müttern die Umgebung des Wurfnestes inspizieren, haben bereits diese Maske. Gartenschläfer lassen ab und zu (vor allem in der Paarungszeit) Pfeifen und Quietschen hören. In den Boofen sind sie je nach Witterung zwischen (Mai) Juni und September (Oktober) zu beobachten, den Rest des Jahres verbringen sie im Winterschlaf, verborgen in tiefen Felsspalten.
In den Boofen sind außerdem noch regelmäßig Siebenschläfer und Gelbhalsmäuse zu beobachten. Siebenschläfer sind silbergrau und haben allenfalls einen schwarzen Ring um die Augen. Der ganze Schwanz ist dicht buschig behaart, selbst bei Jungtieren. Die Siebenschläfer sind sehr lautfreudig. Bis zu 200?m weit hört man nachts ihr Knurren (Zähnerattern), Pfeifen, Keckern und Quietschen, ganz besonders in warmen Sommernächten. Gelbhalsmäuse sind braune Mäuse mit einem langen, nackten Schwanz. Der Bauch ist weiß und den Hals ziert ein gelber Streifen. Sie sind das ganze Jahr aktiv und halten keinen Winterschlaf.
Text und Fotografie: Sven Büchner