![]() |
||
Bei einer Wanderung in die Böhmische Schweiz von Hinterhermsdorf über den Grenzübergang Khaatal zu der schönen, einsamen Aussicht „Käs und Brot“ stellten wir fest, daß der Pfad zur Aussicht mit dem Symbol für den Zugang zu Klettergipfeln, dem schwarzen Dreieck auf weißem Kreis markiert wurde. (Auf deutscher Seite darf diese Wege wegen der Gleichbehandlungsgrundsatzes jeder Bürger laufen, auch wenn er nicht klettert. Die Red.) Wir freuten uns über die schöne Aussicht von dort.
Unsere Freude war jedoch nur von kurzer Dauer, denn auf dem Rückweg hörten wir von weitem Leute heraufkommen, sich laut unterhaltend. Wir grüßten freundlich mit „Dobrý den“. Anstatt einer Erwiderung des Grußes verstellten uns Herren von der Nationalparkverwaltung den Weg und riefen laut „stop“. Sofort wurde uns als Nicht-SBB/DAV-Mitgliedern illegales Betreten der Kernzone unterstellt. Als nächstes wurden unsere Personalien in eine schwarze Liste übernommen, uns ein Platzverweis erteilt und für den Wiederholungsfall mit einem Bußgeld gedroht. Wir bemühten uns, ruhig und sachlich zu bleiben und alle uns bekannten tschechischen Vokabeln zu nutzen. Dies änderte jedoch nichts am rüden, unfreundlich-überheblichen Auftreten der Nationalparkwächter. Auch der Verweis auf die existierende Markierung bewegte die Herren lediglich dazu, mit den Fingern in Richtung Deutschland zu zeigen.
Was bleibt, sind Fragen. In Deutschland sind Wege mit dem Schwarzen Dreieck, dem Kletterzugangssymbol, auch für interessierte Nicht-Bergsteiger zugänglich. Es ist sicher der falsche Weg: Ein Gebirge mit zwei Nationalparks, ein Zeichen mit zwei Bedeutungen. Da sind weitere Mißverständnisse vorprogrammiert. Auch wäre es wünschenswert, wenn die Ranger auf böhmischer Seite im Umgang mit (deutschen) Naturfreunden etwas mehr Fingerspitzengefühl an den Tag legen würden.
(leicht gekürzt widergegeben)