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Neues vom Bundesausschuß Klettern und Naturschutz

Das 28. Treffen des Bundesausschusses Klettern und Naturschutz fand vom 16. bis 18. Mai 2003 im heimatlichen Elbsandsteingebirge statt.

Die Saupsdorfer Hütte des Sächsischen Bergsteigerbundes strahlte eine gute Atmosphäre für das Treffen aus, welches in diesem Kreis letztmalig stattfand. Da einerseits besonders wichtige Themen abzuarbeiten waren und andererseits die Sächsische Schweiz mit ihren tollen Gipfelzielen einen besonderen Anreiz bot, war die Beteiligung diesmal sehr gut. Der SBB als gastgebende Sektion tat alles, um dem Treffen einen würdigen Rahmen zu bieten. So konnte unser Ehrenvorsitzender Uli Voigt an der Veranstaltung teilnehmen und wertvolle Beiträge in die Diskussion einbringen. Unsere Naturschutzreferentin Martina Wobst sorgte sich neben der fachlichen Arbeit besonders um unser leibliches Wohl.

Die Neustrukturierung des DAV macht auch um die Naturschutzarbeit keinen Bogen, so daß der Bundesausschuß in dieser Form seine Arbeit beenden mußte. Zukünftig wollen wir als „Fachbeirat Klettern & Naturschutz“ fungieren und die gleichen Themen weiterführen. Wir hoffen auf die weitere Absicherung unserer Arbeit durch den neuen Verbandsrat, damit die in jahrelanger Kleinarbeit aufgebaute Kompetenz des DAV auf diesem Gebiet gesichert werden kann. Dementsprechend heftig waren auch die Diskussionen vor allem in Hinsicht auf die ursprünglich geplante personelle Reduzierung des Gremiums. Aber nach der letzten Hauptversammlung des DAV blicken wir wieder optimistischer in die Zukunft.

Das Schwerpunktthema der Tagung war diesmal die Situation des Bergsportes im Nationalpark Sächsische Schweiz. Wir konnten von einer guten Zusammenarbeit mit der Nationalparkverwaltung und den anderen staatlichen Institutionen berichten, die sich in erster Linie darin zeigt, daß wir hier kaum von Felssperrungen oder anderen Reglementierungen betroffen sind. Aber auch über die ungelösten Probleme wie die Sperrung des Grenzweges am Großen Winterberg und die fehlende Akzeptanz für diese Entscheidung wurde diskutiert. Ein akutes Problem stellen momentan die zunehmenden militärischen Tiefflüge über den Nationalpark und die daraus folgenden Gefahren für die sich gerade wieder erholende Wanderfalkenpopulation dar. Zu befürchten sind außerdem Nachahmungseffekte bei Sportfliegern. Einen großen Raum nahm das Thema Boofen ein. Diese besondere Art der Freiübernachtung unter den Felsen war für manche Teilnehmer ziemlich unbekannt. Trotz vieler Einschränkungen und Feuerverbot im Nationalpark ist es uns gelungen, diese traditionelle und naturverbundene Art des Nachtlagers zu erhalten.

Ansonsten lief die Tagung nach der gewohnten Tagesordnung ab. Jörg Ruckriegel vom Naturschutzreferat des DAV berichtete von den zentralen Arbeiten in München, die sich momentan vor allem auf die Strukturreform des DAV konzentrieren. Dabei leistet Jörg eine umfangreiche Detailarbeit bei der Koordination der Arbeitskreise und Veranstaltungen. Momentan arbeitet er an der besseren Nutzbarkeit des Felskatasters der deutschen Mittelgebirge. Die Datenbank soll in ein Geographisches Informationssystem überführt werden und vom Home-PC aus abrufbar sein.

Die Regionalberichte bestätigten den Trend der letzten Jahre, daß eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit den Behörden notwendig ist und sich der Schwerpunkt unserer Arbeit immer mehr auf juristische Fragen ausdehnt.

Die Ausschußvorsitzende Claudia Irlacher gab mit dem Saupsdorfer Treffen nach langjähriger engagierter Arbeit ihre Funktion ab und den Staffelstab an Jörg Eberlein weiter. Jörg ist Gründungsmitglied des Ausschusses, in der Internationalen Bergsteigerorganisation UIAA tätig und als Regionalvertreter für das Südliche Frankenjura und den Bayrischen Wald sehr aktiv.

Den Abschluß des Treffens bildete eine zünftige Klettertour an der Kleinsteinwand bei gutem Frühlingswetter und trockenem Fels. Das gemeinsame Boofen rundete das Treffen ab, das sicher den meisten Teilnehmern noch lange in guter Erinnerung bleiben wird. Nicht unerwähnt möchte ich lassen, daß wir selbstverständlich kein Feuer gemacht haben und unsere Abfälle mit nach Hause genommen haben.

Dr. Hans Hilpmann


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