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Literaturtips

Bergmann, Hans-Heiner, Siegfried Klaus & Rudi Suchant (2003):

Scheu, schön, schützenswert – Auerhühner

G. Braun Buchverlag Karlsruhe. – 108 Seiten, 90 Abb., davon 78 farbig, geb. 24x22,5 cm ISBN 3-7650-8283-X, 24,80 EUR

Drei bekannte Rauhfußhuhnforscher haben ein neues Buch verfaßt, welches sich deutlich von den bisher bekannten Monographien über das Auerhuhn unterscheidet. Es ist populärwissenschaftlich geschrieben, also für wohl jedermann verständlich. Brilliante, oft großformatige und überwiegend farbige Bilder ergänzen und unterstützen hervorragend das im Text Gesagte.

Man erfährt vieles über das scheue und in Mitteleuropa sich im ständigen Rückgang befindliche Waldhuhn, das bis zu Beginn der 1970er Jahre noch im Elbsandsteingebirge vorkam; aber man erfährt auch das wichtigste über seine eurasischen Verwandten. Die Überschriften der einzelnen Abschnitte weichen ab vom, für viele oft zu trockenen, wissenschaftlichen Stil. So heißt es unter anderem „Vom Ei zum Huhn“ und nicht einfach Brut oder Aufzucht oder „Fuchs, Du hast das Huhn gestohlen“ für Prädatoren bzw. Feinde. Locker und allen verständlich zieht sich ein solcher Stil durch das Buch.

Wir werden informiert über Lebensraum und Vorkommen, über das Aussehen, die Balz und Brut, aber auch über Strategien zum Überleben und zum Verhältnis des Menschen zum Auerhuhn, das in früherer Zeit ausschließlich ein jagdliches Interesse war. Man erfährt also rundum alles, was der sich Interessierende über diesen Vogel wissen sollte. Ein Kapitel befaßt sich mit dem Auerhuhn im Schwarzwald, und auch über mögliche Wiederansiedlungsprojekte wird berichtet, eine Sache, die auch für unser Elbsandsteingebirge in Frage kommen könnte, wenn wir es nur wollen.

Jedem naturverbundenen Menschen sei dieses Buch empfohlen. Es dient und fördert das Verständnis des Menschen für eine große, imposante Vogelart, deren Lebensraum ohne unser Zutun ständig weiter zusammenschrumpft und welche ohne unsere direkte oder indirekte Hilfe in Mitteleuropa außerhalb der Alpen wohl nicht auf Dauer überleben kann. Und man sollte durchaus über die wenigen Fehler im Text hinwegsehen, wie z.B. in der Bildlegende auf Seite 90.

Ulrich Augst, Sebnitz


Bergmann, Hans-Heiner, Siegfried Klaus & Martina Leimkühler:

Im Wald der Auerhühner

EchinoMedia Verlag Bürgel, 2001 – erhältlich auch im Nationalparkhaus 47 Seiten, 38 Farbfotos, 5 sw Zeichnungen, geb. 16,5 x 17 cm; ISBN 3-9807629-0-4, 7,65 EUR

Dieses Buch ist für Kinder geschrieben – mit schönen Bildern und gelehrigen Texten. Doch auch den Eltern kann es der erste Einstieg sein in das Verständnis zur Natur, ihrem Schutz und zum Kennenlernen einer imposanten und ohne unsere Hilfe zum Aussterben verurteilten Tierart, welche einst „reichlich“ in unseren Wäldern vorkam.

Ulrich Augst, Sebnitz


Ulrich Augst & Holm Riebe:

Die Tierwelt der Sächsischen Schweiz – Wirbeltiere

Berg- & Naturverlag Rölke, Dresden, 2003

152 Seiten, 179 Fotos, 15 Verbreitungskarten, fest gebunden, mit Schutzumschlag; 23 x 22,5 cm ISBN 3-934514-12-X; Preis: 25,90 EUR

Zwei versierte Kenner und Schützer der Flora und Fauna der Sächsischen Schweiz, beide gut ein Dutzend Jahre lang in der Nationalparkverwaltung tätig und mit zahlreichen Fachpublikationen hervorgetreten, haben ein solides Werk über die Wirbeltiere dieser faszinierenden Landschaft vorgelegt, nachdem das von Robert März 1957 in der Reihe „Neue Brehmbücherei“ des Ziemsenverlags erschienene Bändchen zum gleichen Thema längst überholt und vergriffen ist.

Insgesamt werden in dem reich illustrierten Band rund 70 Säugetierarten, über 250 Vögel, 22 Lurche und Kriechtiere und 51 Fischarten abgehandelt. Die Schwerpunkte liegen dabei auf den charakteristischen, für den Naturschutz in der Sächsischen Schweiz als „Flaggschiffe“ besonders wichtigen Arten wie Fledermäuse, Sieben- und Gartenschläfer, Biber, Otter, Luchs, Gemse, Schwarzstorch, Uhu, Turm- und Wanderfalke, Zwergschnäpper, Wasseramsel, Feuersalamander und Lachs, um nur die wichtigsten zu nennen. Selbst Informationen zu den längst ausgerotteten Arten wie Wolf und Bär oder zu den erst in jüngerer Zeit ausgestorbenen Rauhfußhühnern fehlen nicht.

Der Vergleich zu dem Vorläuferband von 1957 kann optimistisch stimmen: Luchs, Biber und Otter, Kolkrabe und Schwarzstorch sind spontan, Wanderfalke und Lachs im Zuge von erfolgreich verlaufenen Aussetzungsprogrammen zurückgekehrt! Der früher übersehene Sperlingskauz besiedelt heute das Gebiet mit 8-10 Brutpaaren und Raritäten wie Würgfalke und Grünlaubsänger wurden inzwischen erstmals brütend festgestellt! Instruktive Verbreitungskarten für die charakteristischen Arten, informative Texte mit aktuellen Nachweisen und gelungene Fotodokumente, die zum größten Teil auch aus dem Gebiet stammen, machen das Buch wertvoll.

Es kann jedem Freund des Elbsandsteingebirges, jedem naturverbundenen Bergsteiger und Wanderer uneingeschränkt empfohlen werden.

Dr. Siegfried Klaus, Jena


Karl Stein:

Flurdenkmäler unserer Heimat

Streifzüge im Lausitzer Gebirge und in der Böhmischen Schweiz

Niederlandverlag, Backnang, 2003 119 Seiten, 25 Abb. größtenteils von Natascha Stein; 15,5 x 22,5 cm; 5,90 EUR

Wer sich für Nordböhmen interessiert, für den ist es sicher eine der interessantesten Neuerscheinungen des zurückliegenden Jahres. Karl Stein, einer der besten Kenner der Gegend, stellt in seinem im Niederlandverlag erschienenen Buch Kleindenkmäler der Böhmischen Schweiz und des Lausitzer Gebirges vor. Das Gebiet reicht im Westen von Raiza (Rajec), wo der Autor die Geschichte der alten Kapelle nahe der Grenze vorstellt, über den Tannenberg (Jedlová) mit dem Schillerdenkmal bis zum Dreiherrenstein bei Finkendorf (Polesí) im Nordosten. Es sind nicht die großen touristischen Sehenswürdigkeiten, sondern die kleinen, oft versteckt gelegenen Dinge, die es zu entdecken gilt. So weckt der Autor das Interesse für Kleindenkmäler, die an die frühere deutsche Besiedlung erinnern und an denen man vielleicht achtlos vorübergegangen wäre.

Karl Stein schreibt in einem einfühlsamen Stil, der dem Leser die historischen Stätten, die Kapellen, Denksteine, Walenzeichen und Kreuze näherbringt. Die beschriebenen Ereignisse und Fakten sind genau recherchiert und Ergebnis langer Beschäftigung mit der Thematik.

Einige Schwierigkeiten bereitet dem geneigten Leser, der sich nicht so gut auskennt, das Auffinden der beschriebenen Orte. Da das Buch im Verlag der Heimatvertriebenen aus dem Niederland erschienen ist, setzt man genaue Ortskenntnisse und Kenntnis der deutschen Namen voraus. Es ist aber nicht ganz einfach, z.B. den Rabenstein bei Hoffnung zu finden, wenn man nicht weiß, daß Hoffnung heute Nadeje heißt und im Lausitzer Gebirge nördlich Zwickau (Cvikov) liegt. Der Abdruck einer alten Karte, in die man die heutigen Namen eingetragen hätte, wäre sicher hilfreich gewesen. Mit der ausschließlichen Nutzung tschechischer Karten wird man wenig finden. Aber vielleicht werden die Entdeckungen so noch spannender, taucht man doch in eine teils vergessene Vergangenheit ein, die einem nach der Lektüre vertrauter geworden ist.

Dr. Peter Rölke, Dresden


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